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Oral History:


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Photo: Jürgen Maier

Mit unserer Oral - history Reihe wollen wir zeigen, dass der Stuttgarter Hauptbahnhof nicht bloß eine Gebäudehülle zum Abreißen und Abreisen bedeutet, sondern eine Welt voller Geschichten, voll mit Bildern, Tönen, Gerüchen, Träumen und Sehnsüchten. In unserem Pavillon im Park kommen wir erzählend ins Reisen und streifen so auch andere Orte und Zeiten. Mitmachen können alle, die Lust auf Geschichten, Mut zum Erzählen und Muse zum Zuhören haben. Zu jeder Veranstaltung ist ein spezieller Gast eingeladen seine Bahnhofsgeschichten zu erzählen. Insbesondere sammeln wir Geschichten rund um den Stuttgarter Hauptbahnhof aus allen Zeiten, deshalb kann, wer nicht selbst erzählen will, seine Erlebnisse aufgeschrieben abgeben, sie werden in der Erzahl-Runde von der Moderatorin Beate Ehrmann vorgelesen.

An folgende Email - Adresse können Berichte gesendet werden:


"Oral History" – Bahnhofsgeschichten - Zweischneidige Geschenke der Bahn

Mit Sibylle Mulot als Gast: Sie hat einen besonderen Bezug zur Bahn, der Großvater war Bahnhofsvorstand in Reutlingen

Es beginnt im Zug Lindau – Paris, Grenzerfahrungen und Zollverwicklungen in den Basler Bahnhöfen, zwei Frauen, die sich sonst wohl nie begegnet wären, erzählen sich ihre Lebensgeschichte. „Diese Geschichte hat mir die Bahn geschenkt“, erklärt Sibylle Mulot, und liest aus ihrem Roman „Das Horoskop“. Ein wunderbares Beispiel wie aus einem Bahn-Erlebnis Literatur wird. Doch für die meisten in der diskussionsfreudigen Pavillonrunde heißt das Geschenk der Bahn: Verspätungen, keine Anschlüsse, wenig Service und am Ende werden wir abgehängt. „Der TGV Paris – München fällt angeblich bei S21 weg“, sagt jemand. Nur ein Gerücht, oder der Anfang vom Ende der „Magistrale“?

Weiterer Termine: 31. August 18.30 Uhr mit Thomas Renkenberger als Gast

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Photos: Jürgen Maier

Egon Hopfenzitz, 14 Jahre Bahnhofsvorsteher in Stuttgart, berichtet im Rahmen des Projekts Oral History/Bahnhofsgeschichten


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Photo: Alexander Schäfer


weitere Bilder:

Bilder von Alexander Schäfer bzw. Jürgen Maier auf Picasa


Kleine Reportage von Ingrid K.:

Der schönste Satz von Herrn Hopfenzitz: "Wer etwas von Bahn und Bahnverkehr versteht, ist gegen Stuttgart 21. Nur wer nichts davon versteht, ist dafür."

Auch die Sache mit den Eichenpfählen, auf denen unser Bahnhofsturm steht, hat er nochmal klargestellt. Es gibt wohl in den Katakomben des Bahnhofs eine Art "Röhre", in die man direkt hineingreifen und wo man die Holzpfähle berühren kann.

Herr Hopfenzitz hat das vor Jahren gemacht - und ich habe durchaus den Eindruck, dass er unterscheiden kann, ob sich etwas nach Holz oder nach Eisen anfühlt :-)

Das war eine ausgesprochen gelungene Veranstaltung!

Und Frank Breining schreibt: Gestern abend hat Egon Hopfenzitz vorm Pavillon im Schlossgarten Geschichten und Impressionen aus seinem Bahnhofsleben erzählt.

Den Besuch des Königs von Tonga etwa, wie ihn Larry Hagmann instrumentalisiert hat, was der Dalai Lama vom Vertreiben von Tauben hält, wie ein übereifriger Mitarbeiter Jimmy Carter geweckt hat, damit dieser ins Gästebuch schreibt, und anderes mehr.

Neben Promigeschichten gabs auch ernstere Themen, etwa den Umgang mit Suizidfällen oder die veränderte Zuständigkeit und Interessenlage des heutigen Bahnhofsmanagers gegenüber dem früheren (für "Sicherheit und Pünktlichkeit" zuständigen) Bahnhofsleiter etc.. Bahnkritische Töne gabs am Rande.

Sein Fazit gut, die Veranstaltung gut. Wer eine Gelegenheit hat, Herrn Hopfenzitz anderswo zu sehen, sei's zum S21-Thema, sei's zu seiner Lebensgeschichte, sollte sie nutzen.

Die Reihe findet jeden letzten Mittwoch im Monat zur gleichen Uhrzeit statt. Weitere Termine: 29. Juni - Egon Hopfenzitz, 27. Juli - Sibylle Mulot

 

"Oral History" - Bahnhofsgeschichten - Erzähllust im Pavillon

mit Peter Conradi als Gast: Warum fragt sich die ganze Welt, was ist eigentlich mit den Stuttgartern los?

Sehr unterhaltsam schlug Peter Conradi den Bogen vom Trümmerbähnle 1947 über den Sonderzug des Bundeskanzlers auf Gleis 1 und einer Attentatsdrohung in den 1970er Jahren bis zur schönsten deutschen Stadteinfahrt in den heutigen Kopfbahnhof als „Tor zur Welt“ in dem, jeder Stuttgarter mindesten einmal in seinem Leben war. Die „Conradi“-Hochhäuser der Eisenbahner regten zu einem interessanten Ausflug in die Geschichte des Galgenbuckels an. Die Erzählrunde endete mit den uns unter den Nägeln brennenden Fragen - Leistungsfähigkeit des Bahnhofs, Stresstest, direkte versus repräsentative Demokratie und das verfassungsmäßige Recht der Städte auf Selbstverwaltung. Wer also darf über den Stuttgarter Bahnhof abstimmen?

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Fotos: Beate Ehrmann